18.01.2022 | News

Loslassen – wie geht das?

„Lass doch los!“

Das wird uns oft geraten. Tatsache ist, dass Loslassen befreiend wirkt und das Leben um einiges leichter macht. Dinge, Menschen, alles was uns nicht guttut, sollten wir schon deswegen hinter uns lassen und möglichst keine Gedanken mehr an sie verschwenden, vor allem keine negativen. Wenn das nur so einfach wäre…

Was hält uns davon ab?

Schöne Erinnerungen? Das Gefühl, man hätte etwas anders tun oder lassen können und dann wäre alles anders gekommen? Wäre! Ja, vielleicht!

Wie lange Loslassen dauert, ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Eine Sichtweise hat mir geholfen, mir selbst weniger Vorwürfe zu machen. Nämlich, dass alles zum richtigen Zeitpunkt und genauso geschieht, wie es geschehen soll. Somit kann man auch nicht im falschen Moment etwas Falsches gesagt haben, denn es musste so geschehen…

Gedanken an die Vergangenheit

Wenn wir nicht loslassen können, gehen immer wieder die gleichen Gedanken durch unseren Kopf. Haben Sie aber schon mal ausgerechnet, wieviel Lebenszeit damit vergeht? Wenn man täglich nur eine halbe Stunde mit Gedanken an die Vergangenheit verbringt, sind das wöchentlich 3,5 Stunden. Im Jahr 182 Stunden. Das sind immerhin 7,5 Tage, also eine ganze Woche im Jahr! In zehn Jahren 75 Tage bzw. 2,5 Monate

Ich bin mir dabei sogar ziemlich sicher, dass man oft wesentlich mehr als nur eine halbe Stunde am Tag mit Gedanken an die Vergangenheit verschwendet.

Was könnte man ales in dieser Zeit sonst tun!? Etwas, was uns guttut oder uns weiterbringt.

Diese Tatsache kann helfen, den Entscheid zu fassen, loszulassen. Diese Entscheidung ist der erste Schritt in Richtung Befreiung. Alles andere passiert mit der Zeit.

Manchen Menschen fällt es leichter loszulassen

Leider gehöre ich zum Beispiel nicht zu denen. Warum es so ist, konnten mir die Kenntnisse in Human Design beantworten.

https://www.hilfreich.wien/human-design/

Ich bin jemand, die eine Erklärung braucht. Oft kann ich, bis diese Erklärung nicht gefunden wurde, nicht loslassen. Ich lerne heute noch täglich dazu. Zu akzeptieren, dass es nicht immer eine logische Erklärung für alles gibt. Ich versuche, Vergangenes, was ich nicht mehr beeinflussen kann, zu akzeptieren und nach vorne zu schauen. Das heißt nicht, dass es nie mehr weh tut. Manchmal schon, jedoch weniger intensiv und Manches gar nicht mehr.

Welche Rituale und Methoden können helfen?

  • Den Entschluss fassen, loslassen zu wollen
  • Weinen und Gefühle zulassen – unterdrückte Gefühle können uns krank machen
  • Zum Beispiel in den Wald gehen und schreien
  • Wenn man sich dabei ertappt, wieder zu grübeln, einfach STOP sagen und andere Gedanken herholen
  • Was man loslassen möchte, auf einen Zettel schreiben und verbrennen. Auch Zerreißen oder Vergraben kann funktionieren. Beim Vergraben bleibt das Papier jedoch physisch unter der Erde noch lange bestehen. Beim Zerreißen wird das Papier und das Geschriebene nicht ganz vernichtet… Trotzdem kann es erleichtern
  • Einen Brief schreiben und nicht abschicken
  • Visualisieren, was man statt den belastenden Gedanken denken möchte
  • Sich bewusstwerden, was man alles aus der negativen Erfahrung lernen konnte
  • etc.

Wenn Sie bei diesen Methoden Hilfe brauchen, bin ich für Sie da!

https://www.hilfreich.wien/kontakt/

Das alles kann helfen und trotzdem braucht es Geduld. Manchmal passiert lange nichts. Die Gefühle werden jedoch schwächer und eines Tages wacht man am Morgen auf und merkt, dass die Vergangenheit nicht mehr weh tut.

Loslassen passiert, wenn man es zulässt. Das geschieht nicht auf Knopfdruck. Es braucht Zeit und Geduld. Außerdem die Zuversicht, dass der Tag kommen wird, an dem man losgelassen hat.